Festsaal
Sala terrena

Appartement Maria Theresia

Das Paradeappartement des Prinzen Eugen wurde ab 1773 für Maria Theresia vollkommen umgestaltet. Ursprünglich waren in diesem Trakt Eugens Schlachtenbildersaal, ein Konversationszimmer und ein Paradeschlafzimmer eingerichtet. Entsprechend der Funktion als Witwenappartement Maria Theresias sind die Zimmer heute noch in einer dezenten weiß-grauen Farbgebung gehalten.

Antecamer

Im Vorzimmer, auch Antecamer genannt, sind in die Wandvertäfelung acht Schlachtenbilder aus dem Kreis um August Querfurth integriert. Dargestellt sind Gefechte, in denen Franz I. Stephan von Lothringen als (nomineller) Oberbefehlshaber über die Reichsarmee fungierte. Auf einem der Bilder ist seine Gattin Maria Theresia in einer Kutsche bei der Besichtigung des Heerlagers bei Heidelberg 1745 zu erkennen.

In diesem Raum ist die Kombination von Möbeln aus drei Stilepochen besonders gut ersichtlich: Maria Theresia ließ die barocken Konsoltische und den Glasluster nicht entfernen; sie wurden mit den Spieltischen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und den weißen Stühlen der 1770er Jahre kombiniert.

Empfangszimmer

Das Empfangszimmer nahm in der Hierarchie der Räume Maria Theresias den wichtigsten Platz ein. Das spiegelt sich deutlich in der Einrichtung wider: Nur in diesem Raum finden sich teilweise vergoldete Wände und Möbel, zwei große Spiegel und ein Kamin.

Das große Gemälde von Joseph Hauzinger zeigt König Ludwig XVI. von Frankreich mit seiner Gemahlin Marie Antoinette und deren Bruder Erzherzog Maximilian. Es ist Teil der Serie von Familienbildern, die zwischen 1776 und 1778 für das Empfangszimmer und das anschließende Sitzzimmer angefertigt wurden und Kinder Maria Theresias zeigen. Dafür wurde ein Wettbewerb an der Wiener Akademie ausgeschrieben, bei dem ein Professor und drei Studenten als Sieger hervorgingen. Von den ursprünglich acht Gemälden befinden sich fünf heute wieder in Schloss Hof.

Sitzzimmer

Das Sitzzimmer ist von vier großformatigen, in die grauweiße Wandvertäfelung eingelassenen Familienbildern aus dem Jahr 1776 geprägt. Das Bildprogramm wurde speziell nach den Wünschen Maria Theresias entwickelt und steht in Verbindung mit der Bildausstattung des davor gelegenen Empfangszimmers.

Die Gemälde zeigen die in Italien lebenden Kinder der Monarchin. Die Bilder an den Seiten zeigen die Söhne Leopold und Ferdinand mit ihren Familien. An der Stirnwand sind rechts die Tochter Amalia und links Maria Karolina mit ihren Familien zu sehen. Die Dargestellten nehmen aufeinander durch Verweisgesten Bezug. Dank dieser diffizilen Komposition gelang den Künstlern eine Verbindung des privaten Charakters von Familienszenen mit den Anforderungen der monarchischen Repräsentation.

Schlafzimmer

Im grauen, mit Seidentaft spalierten Schlafzimmer steht das nach originalem Vorbild rekonstruierte Bett Maria Theresias. Die hohe Qualität der Stoffe aus der Zeit Prinz Eugens wurde auch 40 Jahre nach seinem Tod sehr geschätzt: Für die Schlafstätte der Monarchin wurden textile Bestandteile eines Bettes aus seiner Zeit wiederverwendet.

Das Porträt Maria Theresias in Witwentracht, Anton von Maron zugeschrieben, zeigt die Herrscherin mit dem Sternkreuzorden, dem weiblichen Pendant zum Orden des Goldenen Vlieses.  Das Gemälde gegenüber zeigt ihren Gemahl Franz I. Stephan von Lothringen.             

Dem Schlafzimmer ist ein kleiner Raum, eine sogenannte Retirade, angeschlossen, der ursprünglich mit einer Toilette versehen war.

Dienstbotenzimmer

Im Dienstbotenzimmer bestand zur Zeit Maria Theresias die Einrichtung aus einem Dienstbotenbett, Sesseln, Hockern, einem Tisch und zwei Schränken. In den Schränken wurde unter anderem das Geschirr für Zwischenmahlzeiten und für Tee, Kaffee und heiße Schokolade aufbewahrt.

Auf die heiße Schokolade, eines der beliebtesten Getränke des 18. Jahrhunderts, wird in diesem Raum näher eingegangen. Das exotische Getränk wurde in einem speziellen Geschirr, der Trembleuse, serviert. Diese Art von Geschirr zeichnet sich durch eine spezielle Halterung aus, die aus einem an der Untertasse befestigten Ring zur Fixierung des Bechers besteht. Dadurch sollte verhindert werden, dass durch Zittern (französisch „trembler“) der Inhalt verschüttet wird oder die Tasse kippt.