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WEITERE STANDORTE DER Schloß Schönbrunn Kultur- u Betriebsges.m.b.H

Sehr geehrte Gäste!

Am 24. und 25. September 2018 bleibt Schloss Hof wegen einer Veranstaltung ganztätig geschlossen. Das nahe gelegene Jagdschloss Niederweiden ist jeweils von 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns, Sie ab 26. September wieder an beiden Standorten begrüßen zu dürfen!

© SKB / Harald Böhm
Der Standort

Schloss Niederweiden

Ab März 2018: Warum isst die Welt, wie sie isst?

Schloss Hof und Schloss Niederweiden widmen sich in den Jahren 2018 bis 2020 in drei interaktiven Sonderausstellungen der Frage: Warum isst die Welt, wie sie isst?

Die drei Ausstellungen beleuchten Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Essens.  Angefangen bei der Produktion über die Distribution und Konsumation des Essens bis hin zu deren Auswirkungen auf den einzelnen Menschen, die Gesellschaft und die Umwelt - Besucher können in die komplexe Welt des Essens eintauchen und sie spielerisch erkunden. Die Sonderausstellungen laden zum Mitmachen und Nachdenken ein.

Programm zum Download

 

TIPP:
Entdecken Sie abwechslungsreiche Veranstaltungen im barocken Jagdschloss nur wenige Minuten von Schloss Hof entfernt.

Zum Veranstaltungskalender Schloss Niederweiden 

SCHLOSS NIEDERWEIDEN – Sinn & Sinnlichkeit

In den Räumlichkeiten des ehemaligen Jagdschlosses Niederweiden werden die kulturellen, symbolischen und sinnlichen Aspekte des Essens beleuchtet. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Essen mehr als bloße Nahrungsaufnahme und in der westlichen Wohlstandsgesellschaft längst keine reine Überlebensnotwendigkeit mehr ist. Die meisten Menschen können sich aussuchen, was, wann, wo und wie sie essen. Sie wählen aus einer Fülle an essbaren Produkten aus und werden dabei von kulturellen Traditionen, religiösen Geboten und Verboten, persönlichen Werten und Weltansichten oder gar der Etikette, was man zu bestimmten Anlässen isst oder nicht, geleitet. Darüber hinaus können BesucherInnen an vier Installationen zu den Themen Sehen, Hören, Riechen und Fühlen erleben, dass man mit allen Sinnen isst.

Die Augen essen mit

So zeigt die Installation zum Thema Sehen, dass der Sehsinn eine primäre Rolle in der Beurteilung von Lebensmitteln einnimmt. Mit den Augen werden Farben, Formen, Größen und Strukturen erfasst und sie verschaffen einen ersten, oft entscheidenden Eindruck über Qualität und Genusstauglichkeit. Dies alles passiert, noch bevor andere Sinne aktiv werden. Mit Farben werden bestimmte Gerüche und Geschmacksrichtungen assoziiert.

Der Ton macht das Essen

Nahrungsmittel müssen nicht nur schön aussehen, sondern beim Zubeißen auch gut klingen, wie die zweite Installation verdeutlicht. Das Knistern der Lebensmittelverpackungen, der Knall beim Öffnen einer Flasche Sekt, die Geräusche beim Einschenken von Getränken, beim Schneiden und Anbraten oder der Biss in eine knackige Karotte. Der Genusswert von Lebensmitteln hängt stark mit dem Hörsinn zusammen.

Gespür für das Essen

Über den Tastsinn lassen sich Form, Textur, Gewicht, Temperatur und Aggregatzustand von Lebensmitteln erkunden. Die Haptik übt Einfluss auf die Geschmacksurteile aus. Ob man beim Essen Besteck verwendet oder mit den Fingern isst, kann mitentscheiden, ob man etwas mag oder nicht. Das taktile Empfinden im Mund trägt bis zu 60 Prozent zur Geschmackswahrnehmung bei. Weich, knackig, rau, glatt, elastisch, bröselig, strukturiert, glitschig oder eine Mischung aus mehreren Komponenten?

Die Nase „schmeckt“ mehr als die Zunge

Die vierte Installation veranschaulicht, dass man über den Geruch von Essen entscheidet, ob etwas schmeckt. Da die Zunge mit ihrer groben Geschmackseinteilung nicht fähig ist, aus einem leckeren Essen ein geschmackliches Erlebnis zu zaubern, übernimmt die Nase die Feinarbeit. Wenn man etwas isst, steigen die Aromamoleküle von der Mundhöhle aus in die Nase und lösen dort Impulse aus, die direkt an das Gehirn gesendet werden. Man riecht das Essen also beim Kauen.


Fischer von Erlach plant ein Jagdschloss

Im Jahr 1685 erwarb Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg die Herrschaft Engelhartstetten mit dem Dorf Niederweiden. Die einst imposante mittelalterliche Burg Grafenweiden, einige hundert Meter vom heutigen Schloss entfernt, war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Ruine und das verlassene Dorf von Dickicht überwuchert.

Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg beauftragte um 1693 Johann Bernhard Fischer von Erlach, unweit des verfallenen Dorfes Niederweiden ein kleines Jagdschloss zu entwerfen. Der Architekt plante aus drei geometrischen Grundformen (Oval, Rechteck, Quadrat), die er zueinander in wechselvoller Beziehung setzte ein luftiges „Lustgartengebäude“. In der dreidimensionalen Fassadengliederung mit den vor und zurückschwingenden Bauteilen und dem erhöhten ovalen Mittelsaal mit der Skulpturen bekrönten Attika ist das Leitmotiv in Fischers Formensprache deutlich erkennbar. Westlich des Schlosses werden 2 kleine Wirtschaftsgebäude, die Wildküche und Zuckerbäckerei, errichtet.


Prinz Eugen neuer Besitzer

1726 erwarb Prinz Eugen von Savoyen von der Witwe Maria Josepha Gräfin von Starhemberg um 177.000 Gulden den Besitz Engelhartstetten mit dem zu dieser Zeit bezeichneten „Jagdschloss Engelhartstetten“ und vereint ihn mit der Herrschaft Hof. Seit dieser Zeit sind beide Schlösser durchgehend in vereintem Besitz.

Prinz Eugen lässt in Schloss Niederweiden nur wenig verändern. Lediglich eines der 4 Wohnappartements wird für ihn adaptiert. Östlich des Schlosses lässt Prinz Eugen einen großzügigen Garten anlegen, der durch eine Mittelachse in einen landwirtschaftlich genutzten Bereich (mit Obst- und Gemüseflächen) und ein sogenanntes „Lustwäldchen“ geteilt war. Dieser rokokohafte Garten mit allerlei versteckten Plätzen, verschlungenen Wegen und spektakulär gestalteten Rasenplätzen zeigt bereits den Wandel in der Gartenkunst: Lässt der Schloss Hofer Garten noch die strenge Symmetrie des Barock erkennen, ist hier die verspielte Unregelmäßigkeit wichtigstes Gestaltungsprinzip.

 


Niederweiden als Ort für Feste

Nach dem Tod des kunstsinnigen Feldherrn 1736 erbte seine Nichte Anna Victoria von Savoyen-Soissons beide Schlösser und schenkte sie 2 Jahre später anlässlich ihrer Vermählung dem thüringischen Gemahl Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen. Niederweiden mit seinem neu angelegten Heckentheater im Garten wurde nun mehrmals Schauplatz berauschender Festlichkeiten. 1754 sah sich der Besitzer jedoch genötigt beide Schlösser gewinnbringend zu veräußern. In einem viertätigen Fest sollten die Ehrengäste Maria Theresia und Franz I. Stefan von Lothringen zum Kauf animiert werden.


Umgestaltung unter Maria Theresia

Ein Jahr nach der großen „Verkaufsveranstaltung“ erwarb Maria Theresia 1755 beide Schlösser um 400.000 Gulden und machte sie ihrem Gemahl zum Geschenk. Nur 10 gemeinsame Jahre blieben dem Kaiserpaar diese Besitzungen unter anderem für Jagden zu nutzen.

Nach dem Tod Franz I. Stephan von Lothringen 1765 beauftragte Maria Theresia den k.k. Oberhofarchitekten Nikolaus von Pacassi das Schloss umzugestalten. Das Flachdach mit der Attikazone wurde durch ein Mansardendach ersetzt. Ein seitliches Stiegenhaus führte nun in die Gemächer des ersten Stockes, in dem 4 Appartements mit chinesischen Papiertapeten und zahlreichen Kupferstichen ausgestattet wurden. Der ovale Saal mit neuer Kuppeldecke erhielt durch den Hofmaler Jean-Baptiste Pillement illusionistische Wandmalereien mit exotischen Pflanzen, Vögeln und orientalischen Musikanten. 1770 wird auf Wunsch Maria Theresias durch den Schönbrunner Hofgärtner Louis Flechier eine Allee zwischen den Schlössern Hof und Niederweiden angelegt.


 Vom Niedergang 

Mit dem Ableben Maria Theresias begann für Niederweiden allmählich der Niedergang. Sukzessive wurden einzelne Möbel entweder nach Schloss Hof oder Wien überstellt. Die Gärten verwilderten vollkommen. Als Kaiser Franz Joseph Schloss Hof der Heeresverwaltung übergibt, werden auch in Niederweiden sämtliche kunst-und kulturhistorischen Objekte entfernt und abtransportiert. Es bleibt das leere, ungenutzte Schlossgebäude.

Während des ersten Weltkrieges diente das Erdgeschoß des Schlosses sogar als Pferdestall. Nach dem Ende der Monarchie ging Schloss Niederweiden wie auch Schloss Hof in Staatsbesitz über. In den folgenden Jahren stürzten teilweise die Decken der Räume ein, Fenster und Türen waren seit langem bereits durch vernagelte Holzbretter ersetzt. Der bauliche Zustand verschlechterte sich noch, als im zweiten Weltkrieg vor allem das Kuppeldach des Saales einstürzte. Die im Jahr 1956 begonnenen Renovierungen wurden durch einen Brand, bei dem nahezu das gesamte Dach vernichtet wurde und auch die Decke des Stiegenhauses einstürzte, unterbrochen.


 Die Wiedererstehung

Anlässlich der Landesausstellung 1986 – „Prinz Eugen und das barocke Österreich“, begannen auch am Schloss Niederweiden umfassende Wiederherstellungsarbeiten, die das Schloss vor dem endgültigen Verfall bewahrten. Der im Jahr 1987 gegründete „Marchfelder Schlösserverein“ veranstaltete in den folgenden Jahren mehrere Ausstellungen unter anderem in Schloss Niederweiden.

Seit der Gründung der Marchfeldschlösser Revitalisierungs-und Betriebsges.m.b.H. im Jahr 2002 wurde Schloss Niederweiden vorwiegend für Veranstaltungen vermietet. Durch die im Jahr 2015 erfolgte Integrierung in die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., wird  Schloss Niederweiden wieder dauerhaft als Ausstellungsort genutzt.

 


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