Die Revitalisierung von Schloss Hof strebt der Vollendung entgegen. Mit der Restaurierung des Marchtors ist ein weiterer Schritt getan.


Die wechselhafte Geschichte von Schloss Hof manifestiert sich an zahlreichen Orten des großartigen Ensembles aus Gärten, Schloss und Meierhof. Besonders eindrucksvoll zeugt jedoch das Marchtor vom Verlust der ehemaligen Pracht und seiner glanzvollen Erneuerung.

Das Marchtor liegt am östlichen Ende des über sieben Terrassen ausgreifenden Barockgartens und somit an dem Punkt des Areals, der vom Schlossgebäude am weitesten entfernt ist. Dem gemäß wurde diesem Bereich in den Zeiten des Niedergangs im 18. und 19. Jahrhundert besonders wenig Beachtung geschenkt. Bald nach Maria Theresia und bis in die jüngste Vergangenheit bestimmte urwüchsige Vegetation das Bild der siebenten Gartenterrasse. Das Marchtor wurde von Pflanzen überwuchert, von Rost befallen und von der Witterung schwer in Mitleidenschaft gezogen. Von Osten aus betrachtet bot Schloss Hof das Bild vom „verwunschenen Märchenschloss“.
Nicht zuletzt dieses Bild war es aber auch, das tatkräftige Personen aus der Region, aus Wirtschaft und Politik dazu veranlasste, für die Rettung von Schloss Hof aufzutreten. Die Protagonisten des Forums Marchfeld und des Marchfelder Schlösservereins betrieben beispielsweise die Vergabe der Niederösterreichischen Landesausstellung 1986 an Schloss Hof, womit erste Investitionen in die Konservierung des Baubestands möglich wurden. In der Folge waren diese Gruppen und weitere Freunde von Schloss Hof maßgeblich daran beteiligt, dass es zum Beschluss der Gesamtrevitalisierung ab dem Jahr 2002 kam.

 

Die Restaurierung des Marchtores war ein bedeutender Abschnitt in einem Erneuerungsprojekt, das am Neptunbrunnen westlich des Schlossgebäudes seinen Ausgang nahm, die Wiederherstellung der barocken Gartenbeete, der Brunnengrotte und der Kleinen Kaskade umfasste, den reichen Figurenschmuck mit einschloss und jetzt aktuell zum neuen Glanz der monumentalen Toranlagen im Osten und Westen des Terrassengartens führte.
Die Tore zählen neben kunstvoll arrangierten Pflanzen, ikonographisch bedeutsamen Skulpturen und lebendigen Wasserspielen zu den wichtigsten Elementen von Barockgärten. Die Bedeutung der kunstvollen Schmiedeeisenarbeiten von Schloss Hof hatte man bereits im 18. Jahrhundert erkannt. Den Toren kam auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts besonderes Augenmerk zu, als man sich dazu entschloss, sie mit großem Aufwand zur Weltausstellung in Antwerpen (1895) zu verfrachten, um sie dort als Paradebeispiele heimischer Handwerkskunst zu zeigen.
Die Meister der Schloss Hofer Schmiedeeisenarbeiten sind bekannt: Christian Kremer und Johann Georg Oegg. Letzteren berief der baufreudige Reichsvizekanzler und Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, Friedrich Carl von Schönborn von Schloss Hof nach Würzburg, und ernannte ihn dort zu seinem Hofschlosser.

 

Die Finanzierung der Arbeiten erfolgte durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, Sektion Tourismus und historische Objekte unter Leitung von Sektionschefin Mag. Elisabeth Udolf-Strobl.


Kaiserliches Festschloss Hof
2294 Schlosshof 1
Tel. 02285 200 00-0
www.schlosshof.at

 

Geöffnet bis 1. November 2010, täglich 10–18 Uhr

Die Bilder rechts stehen Ihnen für Berichte über Schloss Hof kostenlos zur Verfügung. Zum Download ins gewünschte Bild klicken. Fotocredit für alle Bilder: Kaiserliches Festschloss Hof/Fritz Simak.

 

Das Marchtor. Neben der Restaurierung der wertvollen Eisenarbeiten des Kunstschmieds Georg Oegg umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung des reichen Figurenschmucks. Das Gittertor zeigt das Savoy’sche Wappenkreuz und und trägt die Herzogskrone.
Fotos: Fritz Simak